Störerhaftung

Das Wort an sich erregt schon Abscheu und klingt ganz so, als wäre es aus einer deutschen Amtsstube entsprungen. Was es ja wohl auch ist.
Nun soll damit Schluss sein, der Europäische Gerichtshof findet das deutsche Gebaren an dieser Stelle voll doof. Was es ja wohl auch ist.

Man darf gespannt sein, wie der Gesetzgeber reagiert. Ob zur Abwechslung wirklich mal eine lebensnahe und funktionale Regelung gefunden wird. Oder ob Interessenverbände und Lobbyisten wie gewohnt die gute Absicht ins krasse Gegenteil verkehren. Der Gruppe der Abmahnkanzleien und -anwälte dürfte die Sache längst tiefe Sorgenfalten beschert haben. Verständlich, wenn mal eben das ganze Geschäftsmodell implodiert.
Möglicherweise sehen auch die Mobilfunkanbieter ihre Erlöse durch die hochpreisigen Traffic-Pakete in Gefahr.
Mein Mitleid bewegt sich hier allerdings in engen Grenzen.

Wer mal im Ausland unterwegs war weiß, wie lächerlich das ist, was hierzulande abgezogen wird. Das habe ich mit voller Wucht jüngst in Asien wieder erlebt. Singapur, Malaysia, Thailand – überall waren offene drahtlose Netze zu finden. Sogar im sozialistischen Vietnam gab es diesbezüglich keine Probleme.
Über die Risiken gilt es sich selbstverständlich im Klaren zu sein. So sollte man eher darauf verzichten, sensible Daten zu senden und zu empfangen. Onlinebanking zum Beispiel. Je nach eigener Paranoia evtl. auch Mailempfang und -versand.
Alternativ nutzt man, entsprechende Infrastruktur vorausgesetzt, einen VPN-Tunnel ins heimische Netz.

Rechnung

Sehr geehrter Kunde / Sehr geehrte Kundin,

in der Anlage übersenden wir Ihnen die Rechnung für den Leistungszeitraum 07.08.2014 – 06.11.2014 als PDF File.

Den Gesamtbetrag in Höhe von 0.00 EUR werden wir von Ihrem Konto bei der <Ihre Bank> abbuchen.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen jederzeit zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Buchhaltung

 

:ugly:

Mfg, SSD.

Ich stehe beim Media Markt an der Theke. Leider wird dort kein Bier gezapft, wie sich das für eine ordentliche Theke gehört.
Aber Service soll es geben.
Mein vor Tagen zur Reparatur gebrachtes Gerät wurde ungefragt aufgrund von Unreparierbarkeit vernichtet. Wenn das mal kein vorauseilender Service ist. Aber das ist eine andere Geschichte.

Vor mir steht eine Frau mittleren Alters. Sie ist dran.
Die Servicetante kommt aus der Tiefe des Raumes heran und trägt einen Laptop. Eigentum der Frau vor mir und repariert, wei ich ihrem aufgeregten Geschnatter entnehme.
Sie fragt, was genau gemacht wurde.
Die Servicetante hackt die Nummer vom Reparaturschein in ihren Computer und liest vor: “SSD gewechselt steht hier. Weiß ich jetzt auch nicht, was das ist.”
Frau: “Aha…hm…ich glaube, das ist der Akku. Das kann man ja selber nicht machen.” (Der Laptop ist in der Tat sehr dünn. Toshiba oder so. Ich kenne mich da nicht aus, aber möglicherweise verbaut ja nicht nur der Apple seine Akkus so austauschunfreundlich.)
Servicetante: “Aha, okay.”
Frau: “Ja, und jetzt ist das Problem hoffentlich weg, das war ja *nuschel*…”

Ich verstehe (akustisch) nicht, was das Problem war.
Aber wenn es ein Problem mit der Stromversorgung gab, ist es durch den Austausch der Festplatte eher nicht behoben.

Auf der anderen Seite stelle ich mir kurz vor, wie die Frau das Gerät zuhause anschaltet und eine leere Festplatte oder bestenfalls eine nackte Windows-Installation, nämlich den Auslieferungszustand, vorfindet. Ohne die eigenen Daten. Obwohl doch nur dieses SSD-Dings, also der Akku, gewechselt wurde!