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Orient – Silvesterreise | Mein Schiff 5 | Tag 1 | Dubai

Orient – Silvesterreise | Mein Schiff 5 | Tag 0 | Anreise

28.12.2017
Bei der Landung am frühen Morgen war es recht neblig und später erfuhren wir, dass einige nachfolgende Maschinen wegen des Nebels in Abu Dhabi landen mussten. Das ist jetzt zwar nicht so schrecklich weit weg, aber sicher irgendwie trotzdem ein bisschen doof – folgt doch noch eine ausgedehnte Busreise nach Dubai.

Für uns war es allerdings nur ein kurzer Transfer zum Hafen. Vor diesen Transfer hatte Allah jedoch noch das Einsammeln der Koffer gestellt. Und der Flughafen in Dubai ist jetzt nicht unbedingt klein. Nach der Passkontrolle- und stempelung galt es zunächst, eine ganze Weile mit einer Bahn zu fahren. Um am Ziel dann wiederum der Beschilderung zu folgen und irgendwann die Koffer vom Band zu holen.
Türkis behemdete Menschen wiesen den Weg zu den Transferbussen. Vor dem Flughafen warteten neben etlichen Bussen auch jede Menge Taxen und schwarze Limousinen des Emirates Chauffeur Service. Alle mit laufendem Motor wegen der Klimaanlage. Die PKW immerhin nicht mit Diesel, aber nun ja. Man riecht es ja doch.

Busfahrt, der Nebel lichtete sich derweil spürbar, so dass wir etwas sehen konnten. Und zu sehen gab es allerhand. In der Masse vornehmlich hohe Häuser und Baustellen. Mindestens gefühlt besteht Dubai zur Hälfte aus Baustellen jedes Fertigstellungsgrades.
Am Schiff angekommen gab es nach dem Check-in im geräumigen Kreuzfahrt-Terminal des Port Rashid erstmal Frühstück im Anckelmannsplatz. Das war an diesem Tag quasi durchgehend offen, gelegentlich wechselten je nach Tageszeit die angebotenen Speisen.
Schiffsinspektion. Das erste Mal auf einem Neubau, immerhin. Wir schlenderten ein wenig umher und schauten uns alles an. Hockten uns hier in eine Bar, schlürften dort einen Cocktail, dösten auf einer Liege am Pool.

Gegen 15 Uhr wurden die Kabinen freigegeben und wir konnten Koffer auspacken. Vorher hatte es immer mal wieder Durchsagen gegeben, dass man doch bitte davon absehen solle, vor der allgemeinen Freigabe seine Kabine beziehen zu wollen. Und dabei offenbar das Reinigungspersonal nach Kräften zu behindern. Irgendwann wurde den Durchsagen ein „Aus gegebenem Anlass“ vorangestellt. Ich bin ja jetzt auch nicht unbedingt für blinden Gehorsam, aber es gibt Dinge, da könnte man einfach aus logischen Gründen erkennen, dass man sich wie geheißen verhalten sollte.

Die Kabine (8025, vorderschiffs backbord) erwies sich dann als ziemlich geräumig. Die Anordnung des Mobiliars war gegenüber MS1/2 mehr oder weniger gleich geblieben, die Kabine war allerdings einerseits tiefer und andererseits mit unzähligen Verstaumöglichkeiten versehen. Deutlich mehr als wir brauchten, die meisten Fächer und Schubladen blieben einfach leer – obwohl wir alles auspackten und wie sich hinterher zeigen würde, deutlich zu viel mitgenommen hatten.

Am Pier konnte man derweil zusehen, wie Versorgungsgüter (meist Lebensmittel und natürlich für ein deutsches Schiff besonders wichtig: etliche Bierfässer) ein- und gepresster Müll ausgeladen wurden.
Auf dem Dach der Terminalgebäude waren vermummte Arbeiter damit beschäftigt, Solarpanels zu installieren. Also…einige waren sicherlich damit beschäftigt, ich konnte mich allerdings des Eindrucks nicht erwehren, dass viele der Leute bemerkenswert oft in Gruppen irgendwo im Schatten saßen und geschäftig nichts taten.

Abends ging es los zum Burj Khalifa. Dubai Mall, Lichtershow etc.
Der Verkehr war ganz fürchterlich, die Klimaanlage im Bus mal wieder auf ‚kalt‘ gestellt.
Es heißt, die Dubai Mall, durch die man schlendert, wenn man zum Burj Khalifa geht, habe 14.000 Parkplätze. An Möglichkeiten um Busse halten und ihre Passagiere aussteigen zu lassen, hatte man aber gespart. Es gab im dafür vorgesehenen und eher übersichtlichen Bereich jedenfalls ein großes Gewarte und Gehupe. Busse rangierten vor und zurück, ein großer Spaß.

Durch die Mall liefen wir dann zum Karma Kafé, von dessen erhöhtem Außenbereich aus wir bei einem Getränk unserer Wahl einen guten Blick auf die Fontänenshow haben sollten.
Hatten wir dann auch als es zu Michael Jackson „Thriller“ los ging. Das Wasser schoss passend zur Musik hoch und hin und her, wurde von unten beleuchtet und so weiter. Es gab ein großes Hallo bei den Zuschauern. Immerhin wird wird das Wasser bis zu 150 Meter hochgeschossen und mit 1,5 Mio Lumen angestrahlt. Bis zu 80 Kubikmeter Wasser können ständig in der Luft gehalten werden.
Wir brachten dann noch etwas Zeit rum und dann erfolgte schon die nächste Fontänenshow, die in dreißigminütigen Abständen erfolgen. Diesmal zu einem offenbar eher landestypischen Musikstück.

Dann war das vorbei und wir gingen zurück in die Mall, auf der Suche nach dem Aquarium. Neben einer Eishalle und allerhand ähnlich gelagertem Firlefanz sollte es dort ein unfassbar großes geben. 10.000 Tonnen Meerwasser über 30.000 Viecher in ebendiesem, Glastunnel unten drunter durch und so weiter. Das Ding geht über 3 Etagen und man ist dergestalt so auch in der Mall sichtbar. Das günstigste Ticket für einmal den Tunnel durchlaufen (und anderen Kram, der uns nicht interessierte) sollte allerdings 105 AED, was 23-24 EUR sind, kosten. Das war uns bei aller Liebe dann doch etwas viel und so schauten wir die Sache lediglich vom frei zugänglichen Bereich aus an. Man kann sich offenbar auch mit Tauchmontur in einer Art Haikäfig da in das Aquarium stecken lassen…wer’s braucht…
Mir persönlich kam die Tierdichte doch etwas hoch vor, aber das mag auch täuschen.
Auf dem Rückweg zum Treffpunkt für die Rückfahrt zum Schiff wanderte dann zwei Etagen über uns ein Spielmannszug durch die Mall. Das war ein wenig surreal.

Auch ein wenig merkwürdig waren die mit Lichterketten geschmückten Palmen, aber da haben wir auf Mauritius anno 2014/2015 weihnachtsbaumtechnisch schon ganz andere Sachen gesehen.

Die Dekoration hier war auch eher ein Kompromiss für die Touristen. Man feiert Weihnachten als christliches Fest natürlich nicht, hatte aber trotzdem dekoriert. Nicht mit Weihnachtsmännern und Engeln und dem ganzen Kram, eher so Richtung festlich/winterlich mit Lichterketten.

Das Ganze zu filmen ist ohne vernünftiges Equipment und vor allem ohne Stativ und einen ruhigen Platz faktisch unmöglich, man sollte eher direkt und nicht über ein Display schauen.

Mit der Rückkehr zu Schiff ging dann irgendwann und viel zu spät auch dieser Tag zuende. Der eigentlich aus zwei Tagen bestand. Denn seit dem frühen Vormittag des Vortages hatten wir nicht geschlafen.
Zu allem Übel würde der Folgetag wiederum unmenschlich früh beginnen.