Mein Schiff 2: “Kanaren mit Marokko & Madeira” – Tag 3 – Agadir, Marokko

Mein Schiff 2: “Kanaren mit Marokko & Madeira” – Tag 1 – Anreise, Gran Canaria
Mein Schiff 2: “Kanaren mit Marokko & Madeira” – Tag 2 – Seetag

27.12.2016

Beim Betreten der Veranda umwehte uns direkt eine Mischung aus totem Fisch und fossilen Treibstoffen.
Mir kam die Sache aus Vietnam bekannt vor – auch dort hatte das Schiff in schlichter Ermangelung von entsprechenden Einrichtungen in einem Containerhafen festgemacht.
Auf der Pier standen einige Busse für die Landausflügler sowie eine ganze Menge, von den Jungs der Fahrradabteilung bereits an Land gebrachte, Fahrräder für die Radfahrer, zu denen auch wir gehören würden, bereit.
Kurze Einweisung in die lokalen Gegebenheiten und es ging los.

Zunächst ziemlich lange durch den Hafen und reizarme bis hässliche Gegend bis wir überhaupt in die eigentliche Stadt kamen. Agadir wurde im Februar 1960 nahezu komplett durch ein Erdbeben dem Erdboden gleich gemacht. Außer der Kasbah, einer Festung auf einem Hügelkamm, wurde tatsächlich nahezu jegliche historische Bausubstanz vernichtet. Die Stadt wurde wieder aufgebaut, aber dann eben eher zeitgenössisch. Entsprechend gab es dann auch eher leidlich “moderne” Bauten zu sehen, an denen allerdings mitunter schon heftig der Zahn der Zeit genagt hatte.
Kreuz und quer ging es durch die Stadt, hier und da ein Halt mit ein wenig Erklärungen durch einen der Guides vom Schiff.
Während einer längeren Pause hatten wir etwas Freizeit auf dem Souk El Had, einem typischen Markt. Die Sache war recht groß, von einer hohen Mauer umschlossen und man konnte neben großen Obst- und Gemüsebergen Verkaufsstände für alles mögliche finden. Lebensmittel aller Art aber auch Dinge wie Kochtöpfe und Möbel. Zwischendrin war man immer wieder genötigt, vor Handkarren mit denen gekaufte Waren für Kunden aus dem Gewühl herausgefahren wurden, zur Seite zu springen.
Einer der Tee- und Gewürzhändler lud die ganze Fahrradgruppe (die Räder waren außerhalb des Souk mit dicken Spiralkabeln aneinander gekettet verblieben) zu einem Tee ein – natürlich in der Absicht, hinterher selbigen oder andere Waren auch zu verkaufen.
Danach schlenderten wir noch hin und her, schauten hierhin und dorthin. Nahmen eine Nase voll von dem infernalischen Gestank der in dem Bereich des Marktes herrschte, in dem geschlachtet wurde (Kühlung wird sowieso überbewertet) und gingen schnell weiter. Das war wirklich nichts für schwache Nerven.

Weiter ging es dann mit dem Rad im gewohnten Zickzack durch die Stadt Richtung Strand. Dort konnten wir dann wenn wir denn wollten baden gehen. Oder einfach nur so die Promenade entlang schlendern. Das Wasser war kalt, mit den Füßen rein reichte uns.
Irgendwann radelten wir dann zurück zu Schiff.

Für den Nachmittag war ursprünglich noch eine Stadtbesichtigung geplant – allein hatte man uns im Vorfeld abgeraten. Es gäbe bei diesem Ausflug mehr oder weniger das zu sehen, was wir am Vormittag schon vom Fahrrad aus sehen würden. Außerdem wurde prognostiziert, dass der Nachmittagsausflug beginnen würde, bevor die Radtour zum Schiff zurückgekehrt wäre.
So war es dann auch und wir hatten also für den Nachmittag nichts weiter vor.
Mittagessen und dann hier und da einfach ein bisschen bei einem Kaltgetränk rumhängen. Am Abend verließen wir vor dem Ablegen nochmal das Schiff und wanderten ein wenig im Hafengebiet umher. Eine halbe Stunde vor Mitternacht sollte die Fahrt Richtung Lanzarote starten, wir und etliche andere Passagiere beobachteten amüsiert und teilweise hämisch kommentierend (nur die andern natürlich!) die Bemühungen der Hafenarbeiter, die Gangway mittels eines auf Schienen längs der Kaimauer fahrenden Kranes vom Schiff zu entfernen ohne selbiges, den Kran oder ihre eigenen Personen zu demolieren.
Das Ganze wirkte ein wenig unfreiwillig komisch. Es klappte nicht wie von den Arbeitern gewünscht und sie liefen mitunter recht planlos hin und her und brüllten sich gegenseitig an.

Irgendwann war die Gangway dann weg, das Schiff intakt (wovon zwischenzeitlich nicht unbedingt auszugehen war) und es gab Szenenapplaus. Die Arbeiter winkten fröhlich, das Schiff löste sich langsam von der Mauer und los ging die wilde Fahrt zur nächsten Insel.
Schritte: 21.559

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