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Sie.
Nein, nicht Sie, sondern sie. Die all das hier ertragende Gattin des Autors. Auch sie gibt hin und wieder Grund zum Anlass.

Maniküre

Vor einer kleinen Weile gewöhnte mir meine damalige Verlobte, rechtzeitig zur Hochzeit, das unwillkürliche manische Abkauen meiner Fingernägel ab.
Immer wieder hatte ich das vorher schon selber versucht und immer wieder Rückfälle erlitten. Grund dafür ist vermutlich ein Trauma aus meiner Kindheit, vielleicht wurde ich im Alter von wenigen Wochen mal im Zug vergessen, habe einen Honecker-Witz gehört oder sonstwas.
Jedenfalls kaue ich seit ein paar Jahren meine Fingernägel nicht mehr ab.
Das wäre grundsätzlich eine tolle Sache. Ich müsste meine Finger nicht mehr beschämt unter der Tischplatte oder sonstwie verstecken.
Müsste.
Denn in der Praxis sind die Nägel jetzt (fast) immer zu lang. Und zwar deutlich. Mehr so in eine Richtung, die Frauen mit viel Mühe anstreben.
Abkauen konnte ich immer und überall. Schneiden/feilen braucht Werkzeug. Das ich nicht immer dabei habe. Von der Gelegenheit es einzusetzen, ganz zu schweigen.
Und natürlich denke ich an die Nagelpflege bei einer verfügbaren Gelegenheit in Tateinheit mit ebenso verfügbarem Werkzeug nicht.
Die Dinger brechen auch nicht von alleine ab, jedenfalls nicht bevor ich damit Leute erstechen könnte. Die Gattin jammert immer mal wieder, dass ihre Nägel brechen und feilt dann um akute Kanten zu glätten.
Ich kann derweil mit bloßen Fingernägeln Schrauben festdrehen.

Unter vier Augen

4. Klasse
Junge: Frau Lehrerin (Das sagen die Kinder natürlich nicht so, sie benutzten dann den Nachnamen der Gattin.) kann ich Sie mal was fragen?
Gattin: Ja.
Ein Mädchen kommt hinterhergetappelt.
Junge raunzt: Was willst du?
Mädchen: Zuhören. :usweet:
Junge: VERSCHWINDE!

Disziplin

Mündlich überliefert:

3. Klasse. Es ist laut. Die Kinder schenken den Ermahnungen der Gattin, die zugleich ihre Lehrerin ist, wenig Gehör.

Lehrerin: Ich schreibe jetzt solange Hausaufgaben an die Tafel, bis es ganz still ist.

Die Lehrerin schreibt an die Tafel. Die Tafel ist groß und bietet viel Platz.
Es wird leiser, Kinder fordern sich vereinzelt gegenseitig auf, still zu sein. Es wird nicht still.
Die Hausaufgabenliste wird länger und länger, da bricht es zornig, gegen die unbotmäßigen Mitschüler gerichtet, aus einem Jungen heraus:
JETZT REICHTS MIR ABER, ICH HAB NICHT SO VIEL ZEIT FÜR SO VIELE HAUSAUFGABEN!

Alter!

Die Gattin fragt (fernschriftlich) ob wir noch etwas aus dem real,- brauchen. Sie will dort etwas Bestimmtes kaufen und auf dem Weg nebenbei die letzten Sonnenstrahlen erhaschen. Für später ist Regen angekündigt.

Gattin: ich lauf dann mal dahin, weil grad die sonne scheint.
[…]
Gattin: bevor es regnet.
[…]
Ich: Ja, dann beeil dich mal.
[…]
Gattin: ok.
[…]
Gattin: ich düs los.
Ich: Der regen kommt aber.
[…]
Gattin: hm..
Ich: Und zwar bösartig laut Radar.
Gattin: schirm mitnehmen?
Ich: Keine Ahnung.
In diesem Moment hat sie wohl einen Blick auf’s Regenradar, das just Folgendes zeigt, geworfen.

Gattin: Ui!
Gattin: Alter!
Stimmt natürlich, aber trotzdem! Ich kann das auch! ;(
Ich: Alte!
Gattin: Da kommt noch was nach!
Ich: Hab ich doch gesagt.

Erziehung

Die Schwägerin der Gattin ist mit der Nichte der Gattin bei den Großeltern der…Nichte.
Diese Nichte krabbelt dort fröhlich herum, spielt und macht auch sonst allerhand Dinge die man mit zehn Monaten eben so macht.
Zur allgemeinen Erheiterung richtet man hin und wieder eine Kamera auf das Kind und transportiert bewegte Bilder durchs Internet (Skype)
Die Gattin erzählt auf Nachfrage von ihren Erstklässlern. Die das mit der Schule noch nicht so richtig erfasst haben und von Dingen wie stillsitzen, aufpassen, zuhören etc. nicht so richtig viel halten.
Die Gattin deutet an, dass auch die Nichte früher oder später in diese Phase kommen würde.
Die Schwägerin erläutert kurz ihr Konzept: “Die wird mit dem Rohrstock erzogen. :uup:”

Das mit dem Weibe und der Peitsche hat der Nietzsche damals irgendwie anders gemeint, glaube ich.