Archiv der Kategorie: essenmarken

Nahrungsaufnahme. Fest- und/oder flüssigstofflich. Umstände, Geschmäcker (verschiedene), Vorkommnisse.

Selbstversorger

Da liegt man da Richtung Jahresende in diesem Hotel im Allgäu im Wellnessbereich.
Man ruht nach einem Saunagang in einen Bademantel gewickelt auf einer Liege.
Vorne ein Panoramafenster, trübe lassen sich in der Ferne die Umrisse der Alpen erkennen.
Die eigene Liege steht in der zweiten Reihe.
Und vorne in der ersten Reihe ist jemand völlig selbstvergessen damit beschäftigt, sich Hautfetzen von den Füßen (!) zu popeln und aufzuessen.
Ja. Genau.

Wat fott es, es fott.

(Artikel 4, rheinisches Jrundjesetz)

Nachdem der 28er (bereits im Vorfeld mindestens 2 Mal nach ähnlichen Vorfällen repariert) am Wochenende einigen knusprigen Brötchen nicht mehr gewachsen war, ließ ich beim mehr oder minder eilig (der Zahn selber war weniger das Problem – ärgerlicher war die Tatsache, dass ich mir ständig innen mit den scharfkantigen Ecken die Wange aufschlitzte) aufgesuchten Dentisten sachte erkennen, dass ich der Faxen nun überdrüssig wäre.

Letzterer (also der Dentist) beschied dann, dass er den Delinquenten dann extrahieren würde.
Ich stimmte zu und los ging die wilde Fahrt. Spritzen, warten, man kennt das. Ich jedenfalls.

Dann kam die Extraktion. Und die verlief wohl nicht so, wie erwartet. Ca. 30 Minuten wehrte sich der Zahn nach Kräften. Ich hing irgendwann im Stuhl wie ein nasser Sack, es knirschte und knackte im Kiefer.
Der Zahnarzt kommentierte seine Tätigkeiten. Das Problem war offenbar die malade Struktur des Zahnes. Sie verbot die regelrechte Nutzung einer klassischen zupackenden Zange.
Zwischendrin brach trotzdem zusammen mit früher aufgebrachtem Füllmaterial ein Stück ab. Irgendwann gab es dann allerdings ein eher unangenehmes Geräusch und der Arzt atmete hörbar aus. Fin.
Schlagartig wurde mir allerdings übel und kreislaufig, dass es eine Art hatte und zwang mich, noch auf dem Stuhl zu verharren, irgendwann ging zumindest das mit der Übelkeit wieder.

Zurück blieb eine (vermutlich nur gefühlt) dicke Backe, ein blutiger Tupfer im Krater, ein bisschen Kreislauf (ich weiß ja auch nicht…) und ein vereinbarter Folgetermin zur Kontrolle.

Beim Fehlen eines leidlich stabilen Nervenkostüms oder vor einer Mahlzeit sollten Sie hier vielleicht nicht weiterklicken.
Wobei…richtig schlimm ist es eigentlich nicht.
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Aus der Reihe: Lebensmittel, die allgemein gnadenlos unterbewertet werden

  • Kartoffeln (auch Süß-)
  • Brot (insbesondere Roggenvollkorn-)
  • Kohl jeglicher Couleur (insbesondere Rosen- & Blumen-)
  • Bohnen

(Mit den beiden letzten Punkten kann man direkt auch noch die heimische Gasproduktion steigern. Hier ist allerdings Vorsicht bei der Frequentierung von Orten, die generell eine eher geringe Geräuschkulisse vorweisen, geboten. Bibliotheken, Kirchen. Sowas.)

Vegan [update]

Was bisher geschah.

Ja, noch immer. Bzw. verschärft.
Damals schrieb ich:

[…]Ich verzichte inzwischen weitgehend* auf tierische Proteine […] *weitgehend heißt hier: Es gibt Ausnahmen.[…]

Das hat sich inzwischen erledigt.
Es gib keine beabsichtigten Ausnahmen mehr. Ich kaufe/bestelle/esse keine Lebensmittel mehr, die tierischen Ursprungs sind. Auch nicht ausnahmsweise. Das macht alles sehr, sehr viel einfacher. In Restaurants beispielsweise, entfällt jede Überlegung, ob eine Ausnahme hier und jetzt in Ordnung wäre. 90-95% der Positionen auf den meisten Karten entfallen. Wer kennt das nicht: Man sitzt da und kann sich nicht entscheiden. Das klingt alles sehr lecker – was soll man bloß bestellen. Passiert mir nicht mehr.
(Ja, bei allen möglichen Dingen die positive Seite zu erkennen, ist allgemein und hier ganz besonders sehr hilfreich.)
Im jüngsten Urlaub auf einer spanischen Insel kamen die bestellten Kartoffelbrocken mit einem Dippchen heller Knoblauchcreme die nach Aussage der Gattin derartig knoblauchig war, dass irgendein Molkereiprodukt allenfalls in homöopathischen Dosen enthalten sein könne. Da habe ich dann ab und zu auch mal gestippt. Es war wirklich sehr knoblauchig, lecker und die erwähnte Selbstknechtung möchte ich nach wie vor vermeiden. In diesem Sinne war das (so ein Molkereiprodukt enthalten war) z.B. eine oben erwähnte ‘unbeabsichtigte’ Ausnahme. Sicherlich nicht sehr konsequent, aber was will man machen…

Ansonsten nach wie vor maximaler Verzicht auf Fertigprodukte jeglicher Couleur, und das ist wirklich sehr einfach.
Ein bisschen hängen geblieben bin ich bei den veganen Maultaschen von Bürger. Die sind leider maximal lecker.

Ein kleines bisschen problematisch ist nach wie vor Käse. Problematisch im Sinne von da-tropft-mir-echt-der-Zahn. ;(
Im (relativ neuen) Rewe-Center gibt es eine sehr schöne Käsetheke. Hintendran (das ganze Ensemble allerdings im Markt quasi freistehend) so ein gekühltes Kabuff mit Glaswänden in dem die ganzen Käselaibe und -brocken lagern und von der umherschleichenden Kundschaft beäugt werden können.
Das ist immer ein bisschen bitter
Bei Käse würde ich auch zu generell eher verschmähten Ersatzprodukten greifen. Aber es gibt keine.
Also es gibt schon welche, aber die sind von dem, was sie substituieren sollen himmelweit entfernt.
Geschmack, Geruch, Haptik – das kann man offenbar nicht ohne Weiteres nachmachen.
Und das ist letztendlich vermutlich einfach mal so. Manche Dinge sind eben so.

Mein Gewicht hat sich bei 1,80 Meter Körpergröße bei knapp unter 70 kg eingependelt und bewegt sich dort je nach Ernährungslage und sportlicher Betätigung im 1-2 kg-Bereich hin und her. Weiter runter geht es offenbar vernünftigerweise nicht, und das ist ja auch völlig in Ordnung.
Ich schaue allerdings mit etwas Sorge auf die kommende(n) Jahreszeit(en). Radfahren bei Nässe und Kälte ist eben allerhöchstens so mittel, da hat der innere Schweinehund dann möglicherweise leichte(re)s Spiel. Man wird sehen.
Aber mit dem Herbst kommt auch der Kürbis. Kann man natürlich heutzutage immer kriegen und essen, aber gewisse Lebensmittel sind für mich mit gewissen Jahreszeiten verbunden und schmecken dann am besten.
So eine heiße Kürbissuppe und ein Gläschen Wein während es draußen nässt und den ganzen Tag über gar nicht richtig hell wird…das ist auch mal schön.
So ein Kürbis ist durch die Vielfalt der Arten und Zubereitungsmöglichkeiten immer eine gute Sache. Und Vegan. (y)

Vegan

Wer (wie ich) schwer davon genervt ist, von Leuten ungefragt über die einzig richtige Ernährungsweise ‘aufgeklärt’ zu werden, liest jetzt besser nicht weiter.
Oder vielleicht doch. Denn eigentlich ist es mir scheißegal, was und wie andere essen. Ich bin nicht der Missionar vom Dienst. Was ich hier schreibe ist eine persönliche Meinung, von der sich niemand gegängelt fühlen muss.

Mitte 2011 schrieb ich noch: “Ich könnte ganz gut dauerhaft auf Fleisch verzichten, bin aber weit davon entfernt Vegetarier sein zu wollen.”
Das änderte sich ziemlich bald danach, ich stellte den Konsum von Fleisch völlig ein.
Nicht einfach so aus Spaß an der Freude, sondern aus dem Wissen, das ich aus einer intensiven Auseinandersetzung mit der Thematik gewonnen hatte.
Essen ist für viele Menschen emotional besetzt. Ein Stück Fleisch gehört eben einfach auf den Teller, wie soll man sonst auch richtig satt werden, tierische Proteine müssen sein!
Selbst wenn man ethische-moralische Gesichtspunkte ignoriert, ist Fleisch heute einfach viel zu billig um so wertvoll zu sein wie es gerne angesehen wird.
Tieraufzucht und-haltung ist teuer. Theoretisch. Praktisch kann man heutzutage so einiges tun, um ein Tier auf das Schlachtgewicht zu bringen. Und das ist dann nicht mehr so teuer.
(Lektüre hierzu: “Tiere essen” von Jonathan Safran Foer und “Das Omnivoren-Dilemma” von Michael Pollan)

Fleisch, das heute im Discounter zu Preisen die jenseits von Gut und Böse sind, verkauft wird…das wurde preiswert ‘erzeugt’. Und zwar im Sinne des Wortes. Man bekommt allerhöchstens, was man bezahlt. Meistens weniger, denn der (meistens: die) Händler macht schließlich auch noch sein Geschäft.

Selbst wenn ich also weiterhin Fleisch essen wollte, hätte ich echte Probleme mich mit einem wirklich hochwertigen Lebensmittel zu versorgen.
An dieser Stelle wird gerne der lokale Metzger herangezogen. Man würde ja schauen, woher das Fleisch kommt. Man würde ja nur ‘gutes’ Fleisch beim Metzger kaufen. Und ja, dort wäre das ja auch wirklich teurer.
Das ist Augenwischerei. Zu glauben, der Metzger hätte im Hinterhof eine Weide mit Kühen und Schweinen und würde die dort artgerecht aufziehen und halten, ist weltfremd.
Der Metzger kauft sein Fleisch am Ende auch dort, wo die Discounter es kaufen.
Mal abgesehen davon, dass jeder den man fragt dann plötzlich beim Metzger kauft, der Discounter sein Billigfleisch aber trotzdem los wird. Da stimmt doch irgendwas nicht.
Nicht erst seit es mit dem Slogan “Geiz ist geil” ausgesprochen wurde, herrscht hierzulande ein geradezu abartiges Verhältnis der Menschen zu ihrer Nahrung. Billig muss es sein. Oder gerne noch billiger.
Unsere Lebensmittel, sofern man sie noch als solche bezeichnen kann, sind einem Preisdruck unterworfen angesichts dessen man sich nur die Augen reiben kann.
Der Kunde will so wenig wie möglich für seine Ernährung ausgeben – vernachlässigt aber, dass er eben nur bekommt was er bezahlt.

Ich verzichtete also auf das Fleisch. Völlig. Das war nicht schwer und ich tue es bis heute.

Aber wie das so ist, lernt man nie aus. Entsprechend haben sich meine Essgewohnheiten immer weiter verändert. Verbessert, würde ich aus meiner Sichtweise sagen.

Dem Verzicht auf Fleisch folgte bald die Einschränkung von Convenience-Produkten. Kurz zusammengefasst kann man sagen, dass ich keine verarbeiteten Lebensmittel essen will.
“Will”, weil das ein hohes Ziel ist – ich arbeite bis heute daran und werde es wohl nie erreichen.
Das Problem ist nicht die Verarbeitung an sich. Es gibt Lebensmittel, die müssen (oder sollten) verarbeitet werden.
Das Problem ist das Hinzufügen von Dingen. Wer sich heute die Zutatenliste eines beliebigen verarbeiteten Produktes durchliest, weiß oft schon in der zweiten Zeile nicht mehr, was das ganze Zeug eigentlich ist. Die eigentliche Hauptzutat ist klar. Aber dann kommen allerhand Farb-, Geschmacks-, Konservierungs- und andere Stoffe hinzu. Die Motivation des Herstellers ist klar. Er will, dass sein Produkt schön aussieht, dass es sich lange hält, dass es möglichst ein genau definiertes Geschmackserlebnis bietet (und zwar jedes Mal das gleiche).
Das alles lässt sich mit der wunderbaren Welt der Lebensmittelchemie erreichen. Problemlos. Für jede Fragestellung gibt es heute einen kleinen Zusatzstoff.

Nun möchte ich aber keine Zusatzstoffe essen. Ich möchte keine Farbstoffe essen, ich möchte keine Konservierungsstoffe essen. Und ich würde gerne schmecken, wie etwas wirklich schmeckt. Nicht wie der Chemiker im Labor sich vorstellt, dass es schmecken sollte.
Was passiert mit diesen ganzen Stoffen im Körper? Wir wissen es nicht. Der Zeitraum seit dem man derartig an der Nahrung schraubt, ist viel zu kurz um irgendwelche Aussagen zu treffen. Auch wenn man versucht, genau das mit Studien zu tun. Wenn ein Labortier nach zwei Jahren keine negativen Auswirkungen eines verabreichten Stoffes zeigt, heißt das doch nicht, dass das bei mir nach zwanzig oder mehr Jahren auch so sein wird. Die betrachtete Zeit ist einfach immer viel zu kurz. Wir wissen heute einfach nicht, was diese ganzen neuen Dinge längerfristig mit dem Körper anstellen.

Um diese Überlegungen umzusetzen, empfehle ich “64 Grundregeln ESSEN: Essen Sie nichts, was Ihre Großmutter nicht als Essen erkannt hätte” von Michael Pollan.
Der Titel sagt faktisch schon, um was es geht. Gegliedert in die Abschnitte “Was soll ich essen?”, “Welche Art von Lebensmittel soll ich essen?” und “Wie soll ich essen?” zeigt der Autor in 64 einfachen Regeln, wie man seine Nahrungsaufnahme gestalten kann.
Teilweise sind es wenige Sätze, und sie bringen die Sache auf den Punkt. Leicht zu merken, leicht zu befolgen.
Die titelgebende Regel “Essen Sie nichts, was Ihre Großmutter nicht als Essen erkannt hätte” zum Beispiel. Ganz einfach. Omi wüsste sicher nicht, was Mono- und Diglyceride (E472d) sind und warum in Gottes Namen sie im Essen sein sollten.
Oder: “Etwas, das durch das Fenster Ihres Autos zu Ihnen kommt, ist kein Lebensmittel.” Das ist nämlich allermeistens Fast Food (per se nicht schlecht, aber:), hochgradig verarbeitet und trieft nur so von Fett und Zeug, das man bei näherer Betrachtung lieber nicht essen möchte.
Und um der Zutatenflut Herr zu werden, besagt eine andere Regel, dass man nichts essen sollte, das mehr als 5 Zutaten enthält.
So geht es dort also weiter und wenn man jeweils kurz über das Gelesene nachdenkt, kommt man schon zu dem Schluß, dass alles so verkehrt nicht ist.
(Ganz wichtig: Ausnahmen. Eine der Regeln spricht ausdrücklich für Ausnahmen. Man soll und darf sich von seiner Ernährung nicht knechten lassen. Ausnahmen sind nötig und sinnvoll. Ziel ist nicht, jeden Tag trübsinnig auf einer Möhre zu kauen.)

Wenn man also da so ein wenig drauf schaut was man isst und was eben nicht, kann man schon ganz gut steuern, woraus der eigene Körper besteht. “Du bist was du isst” ist nicht nur ein lustiger Spruch sondern die Wahrheit. Was man isst, wird Teil des eigenen Körpers. Und wer möchte ernsthaft aus im Labor hergestelltem E472d bestehen…?

Ich war nun also Vegetarier und schaute auch ansonsten genau auf das, was ich aß.
Negative Auswirkungen: Keine.
Positive Auswirkungen: Allerhand. Am gravierendsten für mich würde ich mal bezeichnen, dass ich immer Probleme mit der Haut hatte. Unreinheiten etc. Das ist zu 99% Geschichte. Alleine deshalb würde ich diesen Ernährungsweg immer wieder gehen.

Aber weiter.
Neben Obst und Gemüse blieben noch Fisch und Milchprodukte jeglicher Art. Vor allem Käse. Ich esse sehr gerne Käse und es fasziniert mich, was man da so aus der Milch alles machen kann. Es gibt eine Unzahl von verschiedenen Käsesorten und anderen Milchprodukten und die meisten sind sehr lecker.

In diesem Sommer bekam ich allerdings das Buch “China Study: Die wissenschaftliche Begründung für eine vegane Ernährungsweise” von T. Colin Campbell und Thomas M. Campbell in die Finger.
Darin geht es um genau das, was der Titel aussagt.
Die Autoren zeigen anhand von Studien die Vorteile, jegliches tierische Protein aus dem Speiseplan zu verbannen.
Der geneigte Leser befasse sich selber mit dem Buch, mich zumindest hat es überzeugt. Ich verzichte inzwischen weitgehend* auf tierische Proteine und bin auch längst nicht mehr der Meinung, dass Milch das tolle gesunde Lebensmittel ist, als das es gerne (vornehmlich von der Milchindustrie – aber wer könnte es ihnen verübeln) angepriesen wird.

*weitgehend heißt hier: Es gibt Ausnahmen.
Ich lebe in Darmstadt und nicht in Berlin, wo man (so man den hippen Szeneberichten glauben möchte) offenbar an jeder Ecke mit veganen Supermärkten und Restaurants zugeschmissen wird. Ich kenne hier in der Gegend nur ein erklärterweise vegetarisches/veganes Restaurant. Wenn ich also mit der Gemahlin oder Freunden essen gehe, dann wahrscheinlichkeitsmäßig eher nicht immer in ein veganes Restaurant. Ich finde allerdings trotzdem auf jeder Karte etwas. Fleischlos auf jeden Fall, vegan dann vielleicht nicht unbedingt. Vielleicht auch mal Fisch. Wenn der Salat ein Joghurt-Dressing hat, dann ist das eben so.
Jüngst im Herbsturlaub (Bayerischer Wald) habe ich mit voller Absicht Gnocchi mit Gorgonzolasoße gegessen. Zwei Mal. Ich liebe Gorgonzolasoße und könnte davon essen bis ich tot umfalle. Werde ich aber so oder so nicht tun, weil es eine Ausnahme war. Ingesamt betrachtet machen diese Ausnahmen vermutlich sehr viel weniger als 5% der Mahlzeiten aus. Das kann man noch weiter senken, muss man aber nicht. Mal sehen.

Nach der China Study kam für mich “The 80/10/10 Diet: Balancing Your Health, Your Weight, and Your Life, One Luscious Bite at a Time” von Dr. Douglas Graham.
Quintessenz: 80% der Kalorien aus Kohlenhydraten, 10% der Kalorien aus Proteinen und 10% der Kalorien aus Fetten zu beziehen. Aber vegan. (Nein, Fette und Proteine gibt es eben nicht nur im Fleisch.)
Dr. Graham spricht sich außerdem für eine strikte Rohkost aus. Das ist für Obst in Ordnung, bei Gemüse kann und will ich aber nicht auf die Erhitzung verzichten.

Quasi ‘nebenbei’ habe ich das mit den verarbeiteten Lebensmitteln weiter ausgedehnt. Unter anderem auf raffinierten Zucker. Das ist der weiße Zucker, der aus der Fabrik kommt. Der ist, seit der Erfindung der Zuckerrübe, leider spottbillig und deshalb in gigantischen Mengen in allen möglichen Lebensmitteln enthalten. Auch und ganz besonders in Dingen wo man ihn niemals erwartet hätte. (Wenn man das weiß, wundert man sich nicht mehr über die zunehmende Anzahl von Diabetesfällen. Ich als Bauchspeicheldrüse würde mit meiner Insulinproduktion auch am Rad drehen, wenn man mir ständig Zucker in Wagenladungsmengen vor die Türe kippte. – Fructose in Obst, Gemüse & Co. hingegen ist in allerhand feine Ballaststoffe und ähnliches Gekröse verpackt und wird schön langsam verdaut und in Glucose umgebaut in die Blutbahn abgegeben.)
Ich vermeide also nach Möglichkeit alles, das in Verdacht steht, raffinierten Zucker zu enthalten. Ganz vorne natürlich Zucker himself. Dann aber auch jede Form von Softdrinks (Cola, Fanta, wunderbar gesüßte Säfte etc), Kuchen, Schokolade, Kekse und so weiter und so fort. Inklusive Ausnahmen, siehe oben.

Ich bin also jetzt ernährungstechnisch Veganer** mit massiv kohlenhydratreicher, wenn auch zuckerarmer Ernährung.
Negative Auswirkungen: Keine. (der vielbeschworene Vitamin B12- und Vitamin D-Mangel bei Veganern ist nach jüngster Blutuntersuchung ausgeblieben)
Positive Auswirkungen: Galoppierender Gewichtsverlust. Bei gleichzeitiger teilweise exzessiver sportlicher Betätigung und auch sonst körperlicher Aktivität.
Seit Anfang des Jahres habe ich 14kg verloren. (die Gattin ist neidisch, die Eltern sind alarmiert X-D ) Vormals enge Shirts sind keine spannenden Angelegenheiten mehr, Hosen grundsätzlich viel zu weit geworden. Sprich: Allerhand böses Bauchfett ist weg.

** Siehe oben. Ich mache Ausnahmen. Wenige zwar, aber immerhin.
Und ich trage z.B. Leder. Was man als ‘echter’ Veganer wohl nicht tut.
Darin spiegelt sich aber auch meine Motivation wieder. Mir geht es primär um meinen Körper, meine Gesundheit und mein Wohlbefinden. Veganismus wird allgemein nach meinem Empfinden eher mit Ethik und Moral in Verbindung gebracht. Es ist nicht so, dass die Tiere mir egal sind, aber dieses Thema rangiert für mich eben ‘erst’ auf Platz zwei. Wobei an dieser Stelle nach der Lektüre von “Tiere essen” von Jonathan Safran Foer vielleicht auch der eine oder andere hartgesottene Fleischfresser ins Grübeln kommt.

Wie immer und für alles was ich schrieb gilt: Selber machen.

Selber lesen. Selber informieren. Selber denken. Selber Schlüsse ziehen.
Ich empfehle ausdrücklich, auch meine Meinungen und Ansichten nicht für bare Münze zu nehmen, sondern alles zu hinterfragen und soweit es geht (und es geht mit dem Internet sehr weit) zu überprüfen.

Und wer einfach (weiter) Fleisch essen möchte: Bittesehr. Jeder ist seines Glückes eigener Schmied. Und so bleibt auch mehr von dem leckeren Grünkram für mich. (y)