Berlin, Berlin, wir fuhren nach Berlin

Bei der Planung des kleinen Wochenend-Kurzurlaubes nahmen wir zwar mit dem Tag der deutschen Einheit das Stattfinden eines Feiertages als verlängerndes Element, nicht aber die Auswirkungen auf die deutsche Hauptstadt wahr.

Nun hat es an den prägnanten Stellen (die üblichen Verdächtigen: Brandenburger Tor, Bundestag, Fernsehturm etc.) sicherlich immer nicht wenig Publikumsverkehr – der erfuhr aber zu diesem wahrhaft unfassbar geschichtsträchtigen Tage sicherlich noch eine Steigerung.
Kurz: Die Leute waren da.
Alle.
Und das ist immer irgendwie nicht so schön. Jedenfalls für mich.

Wie dem auch sei. Wir haben es ja trotzdem leidlich rumgebracht.
Von unserem Hotel in der Potsdamer Straße, gleich hinter dem Potsdamer Platz konnte man schon mal zu Fuß ganz gut so ein paar Dinge, die es anzuglotzen galt, erreichen.
Die Potsdamer Straße hatte ich in einem Onlinemedium vorher mit der Bezeichnung “schäbiger Hinterhof des Potsdamer Platzes” beschrieben gefunden.
So ganz taufrisch war das alles in der Umgebung in der Tat nicht und abends konnten wir von unserem Hotelzimmerfenster aus zwei Prostituierte auf Kundschaft warten sehen. Direkt vor dem Hotel. Letzteres aber neu erbaut und alles tiptop und so.

Hinter dem Brandenburger Tor war die Straße des 17. Juni ein stückweit gesperrt und man hatte allerhand Fressbuden und Unterhaltungsgeraffel aufgefahren. Es war voll bis obenhin.
Die Schlange an der Besuchanmeldungsbaracke für den Bundestag war…lang.
So lang, dass wir spontan von einer Besteigung der Kuppel Abstand nahmen.
Und bei dieser Gelegenheit: Warum steht da so ein Containerdorf vor dem Gebäude?
Dass man da Besucher reinlässt und um eine Illusion von Sicherheit zu erzeugen auch irgendwie kontrolliert ist doch eine Dauerausstellung, nehme ich an.
Trotzdem muss das da in einem Konglomerat aus hochgradig provisorisch aussehenden Container stattfinden. Und zwar, wie es aussah, nicht erst seit gestern.

Insgesamt waren die vier Tage an Gründen, sich hysterisch aufzuregen nicht arm. Lag’s jetzt an Berlin oder an den ganzen Touristen…man weiß es nicht. ;(

Eine Sache ist mir allerdings doch sehr negativ in Erinnerung geblieben. Berlin als Mauerstadt, als Symbol der deutschen Trennung. Der überwundenen Trennung.
Also diese Sache ist geradezu omnipräsent. Natürlich Touristenshow, schon klar.
Und ich, gebürtig aus den nicht mehr ganz so neuen Bundesländern…also aus einem davon, sollte vermutlich unfassbar auf diese Grenzzelebration die man dort allenthalben abzieht, abfahren.
Nun ist es aber so, dass man da auch wirklich keine Gelegenheit auslässt, auf dem Thema rumzureiten. Als würde die ganze Stadt sich nur die deutsche Trennung drehen. DDR hier, Mauer da, Checkpoint Charlie, quasi an jeder zweiten Ecke irgendein DDR-Museum mit allerhand DDR-Devotionalien.
Das hatte ich aus meinen früheren, zugegebenermaßen lange zurückliegenden, Besuchen der Hauptstadt nicht so in Erinnerung. Oder verdrängt.

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